Hautkrebs im Gesicht – wenn nach der Tumorentfernung auch die Rekonstruktion zählt
Hautkrebs im Gesicht ist für viele Patienten ein schwerer Einschnitt – medizinisch, aber auch emotional. Neben der sicheren Entfernung des Tumors stellt sich eine zweite, häufig unterschätzte Frage:
Wie lässt sich der entstandene Defekt so rekonstruieren, dass Funktion, Mimik und das natürliche Erscheinungsbild des Gesichts möglichst erhalten bleiben?
Gerade im Gesicht liegen diese Anforderungen besonders eng beieinander. An Augenlidern, Nase, Ohren oder Lippen kann bereits ein relativ kleiner Defekt Strukturen betreffen, die für Form und Funktion des Gesichts von großer Bedeutung sind.
Deshalb endet eine gute Behandlung nicht mit der vollständigen Entfernung des Tumors.
Hauttumoren im Gesicht
Zu den häufigsten bösartigen Hauttumoren gehören:
Basalzellkarzinom (Basaliom)
Der häufigste Hautkrebs. Er wächst in der Regel langsam und bildet nur äußerst selten Metastasen, kann jedoch lokal Gewebe zerstören.
Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)
Kann aggressiver wachsen und besitzt – abhängig von Größe, Lokalisation und weiteren Faktoren – ein relevantes Metastasierungsrisiko.
Malignes Melanom
Eine biologisch andere und potenziell deutlich aggressivere Form von Hautkrebs, bei der Tumorentfernung und weitere Behandlung nach eigenen onkologischen Kriterien erfolgen.
Das erste Ziel jeder Behandlung ist die vollständige und sichere Entfernung des Tumors. Hierbei ist es wichtig, Verfahren mit histologisch kontrollierter Schnittrandbeurteilung einzusetzen, um die vollständige Entfernung des Tumors bei gleichzeitiger Schonung gesunden Gewebes sicherzustellen.
Gerade hier können sich die Ergebnisse verschiedener Rekonstruktionsverfahren erheblich unterscheiden.
Die Gesichtshaut ist nicht überall gleich. Hautfarbe, Dicke, Elastizität, Oberflächenstruktur und Beweglichkeit verändern sich teilweise innerhalb weniger Zentimeter. Hinzu kommen natürliche Konturen und Grenzen – beispielsweise zwischen Nase und Wange, am Lidrand oder im Bereich der Lippen.
Eine gute Rekonstruktion berücksichtigt deshalb nicht nur die Größe des Defektes, sondern auch seine exakte Lage, Tiefe und die anatomischen Strukturen, die wiederhergestellt werden müssen.
Hauttransplantation oder Rekonstruktion mit benachbartem Gewebe?
Hauttransplantationen sind technisch vergleichsweise unkompliziert und werden relativ häufig eingesetzt.
Im Gesicht haben sie jedoch einen entscheidenden Nachteil: Die transplantierte Haut stammt häufig aus einer anderen Region und kann sich deshalb in Farbe, Dicke, Struktur und Kontur von ihrer Umgebung unterscheiden.
Nur in ganz bestimmten und eng umschriebenen Regionen des Gesichts können Hauttransplantationen Ergebnisse erzielen, die denen einer sorgfältig geplanten lokalen Rekonstruktion vergleichbar sind.
Wann immer es sinnvoll und möglich ist, bevorzuge ich deshalb die Rekonstruktion mit Gewebe aus unmittelbar benachbarten Gesichtsregionen (Lappenplastiken).
Dieses Gewebe ähnelt der fehlenden Haut meist am stärksten und ermöglicht es gleichzeitig, natürliche Konturen und anatomische Grenzen des Gesichts zu berücksichtigen.
Nach der Entfernung des Tumors der entscheidende zweite Schritt: die Rekonstruktion
Rekonstruktive Gesichtschirurgie ist mehr als das Verschließen eines Defektes
Je nach Lokalisation und Größe des Defektes verwende ich deshalb unterschiedliche lokale Lappenplastiken, spezifische Schnittführungen und – bei komplexeren Defekten – auch mikrochirurgische Rekonstruktionsverfahren (siehe Beispiele unten)
Besondere Bedeutung hat dies in anatomisch anspruchsvollen Regionen wie:
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Augenlidern und Augenregion
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Nase
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Lippen und Mundregion
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Wange
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Stirn und Schläfe
Ziel ist dabei nicht, eine bestimmte Operationstechnik anzuwenden, sondern aus verschiedenen rekonstruktiven Möglichkeiten diejenige auszuwählen, die sich am besten in die individuelle Anatomie des Patienten einfügt.
Während meiner mehrjährigen internationalen Weiterbildung hatte ich das große Glück, von einigen der weltweit bekanntesten und prägendsten plastischen und rekonstruktiven Chirurgen lernen zu dürfen. Einige dieser Lehrer und Mentoren, denen ich bis heute sehr dankbar bin, habe ich auf meiner Lebenslaufseite aufgeführt.
Dabei habe ich vor allem eines gelernt:
Für nahezu jeden Defekt im Gesicht gibt es mehrere Möglichkeiten der Rekonstruktion – und diese können sich in ihrem späteren funktionellen und ästhetischen Ergebnis erheblich unterscheiden.
Die entscheidende Frage lautet daher:
Welche Technik ermöglicht an genau dieser Stelle das funktionell und ästhetisch beste Ergebnis?
Persönliche Planung
Bei einem Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom oder einem anderen Hauttumor im Gesicht nehme ich mir Zeit, mit Ihnen nicht nur über die Tumorentfernung, sondern auch über die anschließende Rekonstruktion zu sprechen.
Dabei erläutere ich die unterschiedlichen Möglichkeiten und – wenn sinnvoll – auch deren Vor- und Nachteile anhand vergleichbarer Behandlungsbeispiele.
Denn das Ziel sollte nicht allein sein, den Tumor sicher zu entfernen und den entstandenen Defekt zu schließen. Das Ziel ist, das Gesicht anschließend so natürlich wie möglich wiederherzustellen.
Schwerpunkte meiner Rekonstruktionen beinhalten insbesondere:
Da Darstellungen im Internet nicht entstellend und abschreckend sein dürfen, wurde der Defektbereich in allen Beispielen maskiert

Oberlidrekonstruktion

Unterlidrekonstruktion

Nasenrekonstruktion
(kleiner Defektbereich an kritischer Stelle)

Nasenrekonstruktion
(mittelgroßer Defektbereich an kritischer Stelle)

Nasenrekonstruktion
(großer Defektbereich)

Lippenrekonstruktion